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Das Gespenst von Canterville


Ein Schuljahr lang geisterte das Gespenst durch die Schule — als Idee in den Köpfen, als Titel, Inhalt und Vision einer Theatergruppe und schließlich als Hauptfigur in der Grusicalaufführung am 23. Mai 2007.


Inzwischen sind die lebendigen Aktivitäten um dieses Projekt, das unter der Leitung von Frau Schott und Frau Daskiewitsch stand, zu einer fröhlichen, farb- und klangreichen Erinnerung geworden, an die nur der Kronleuchter, der einen Platz im Verwaltungseingang gefunden hat, und viele schöne Fotos noch erinnern.

 

Diese Erinnerungen sind so lebendig wie die Aufführung selbst: mit Witz und Begeisterung spielten Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Oberschulklassen die Geschichte des armen Gespenstes, das dazu verurteilt ist, nachts die Menschen im Schloss Canterville in Angst und Schrecken zu versetzen. Diese Menschen sind ein amerikanischer Gesandter und seine große Familie, zu der in dem Grusical neben den Otis-Eltern und der Tochter Virginia auch die Vierlinge Washington, Kennedy, Bush und Clinton gehören.

 

Diese originelle Namensgebung haben sich die Schüler einfallen lassen, ebenso die meisten Texte, die gespielten Musikstücke und die vielen Ideen und Gags in allen Szenen. Das trug zu einer hohen Identifikation mit dem entstehenden Stück und vor allem zu dessen Authentizität entscheidend bei.

 

Selbst Nebenrollen, die mit wenig Text bedacht waren, wie die der Maklerin, des Lords, des Schneiders, des Chauffeurs, des Gärtners, des Koches, der Partygäste und der Tante Tricia wurden als wesentlich angenommen und mit großer Freude und Konzentration gespielt. Mrs Umney, die Haushälterin, und ihre Kollegen, der Butler und der Koch, haben besonders eindrucksvoll gezeigt, wie eine konsequente schauspielerische Verwandlung aus einer Nebenrolle eine Figur werden lassen kann, die sich einprägt.

 

Gerade die „Dienerschaft“ war es, welche durch ihre klares Spiel und ihre übersteigert konservative Haltung für viele Lacher im Publikum sorgte. Aber ebenso amüsant war es zu erleben, wie die aufgeklärte amerikanische Familie das Gespenst als Teil der Familie ansieht und es mit Hustentropfen, Kettenöl oder nächtlichen Erschreckattacken zum Weinen bringt.

 

Immer wieder gab es Situationen, in denen das Althergebrachte auf den Kopf gestellt wurde: Das Gespenst, das über die respektlosen Kinder schimpft, fährt mit deren Roller über die Bühne. Mrs. Otis, die eine Vielzahl von Hausangestellten hat, beauftragt ihren Mann mit der Beseitigung des Blutflecks. Sie lässt sich sogar die Vorbereitung des Verlobungsmenüs für ihre Tochter von der Haushälterin entreißen, die daraufhin „beste englische Küche – wer mag sie nicht?“ serviert.

 

Das eigentliche Verlobungsfest der Tochter Virginia, die sich zuvor gemeinsam mit ihren Eltern mit einem fantastischen Rap vorgestellt hat, wird zu einer unterhaltsamen Party, auf der das Gespenst und seine Verwandten es „diesen Amerikanern“ zeigen wollen. Dazu schlüpfen viele Akteure in neue Rollen und Kostüme.

 

Als Partygäste amüsieren sie sich köstlich über die Vergeltungsaktionen der Gespenster, welche in originellen Kostümen ihren Schabernack treiben. Die Partygäste halten das Ganze für eine originelle Idee der Familie Otis: eine Mottoparty. Das verkraftet das Gespenst nicht. Es bricht gänzlich zusammen. Sowohl aus seiner Verzweiflung als auch von seinem Gespensterdasein wird es schließlich von Virginia erlöst.


Im Nachhinein ist es kaum möglich, alle Einzelleistungen hervorzuheben, denn das Stück lebte von dem Miteinander aller vor und hinter der Bühne. An der Aufführung beteiligt waren neben den Schauspielern und Sängern auch die Soffleuse, die Techniker und — nicht zu vergessen — die Musiker. Auch diese hatten ihre Parts selbst entwickelt und sie mit viel Freude und Konzentration gespielt.


Schön war zudem, wieviel Unterstützung uns Kollegen und Eltern gegeben haben!
Allen sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt!

 

Christine Schott
Sabine Daskiewitsch