Der Unterricht zur beruflichen Orientierung in der Deutschen Abteilung der Europäischen Schule Karlsruhe 
5. Klasse
Der Unterricht zur beruflichen Orientierung in der Deutschen Abteilung der Europäischen Schule Karlsruhe beginnt in der 5. Klasse mit einer Einführungssitzung über alle Sprachabteilungen hinweg. Jede Sitzung wird von dem Berufsberater der jeweiligen Abteilung geleitet. In der ersten Sitzung stelle ich die Zielen der Berufsberatung im Allgemeinen vor, gehe dann aber sehr schnell zu einem praktischen Teil über, in dem die Schüler eine Gruppenaufgabe zum Thema "Wie treffe ich meine Entscheidungen?" bekommen und ihre Ergebnisse kurz selbst präsentieren dürfen. Das leitet über zum nächsten Teil: "Welchen Beruf möchte ich einmal ausüben?". Viele der Schüler stellen sich diese Frage genau zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal ernsthaft selbst und finden keine einfache Antwort. Verschiedene Kompetenz-/Studienwahl-/Berufstests online sollen Ihnen helfen, erste Möglichkeiten zu sondieren und in Erwägung zu ziehen.Ziel der ersten Sitzung ist erstens die Sensibilisierung der Schüler für diese Fragestellungen, zweitens den Beginn des Denkprozess für die spätere Berufs- bzw. Fächerwahl und drittens die Motivation für die zweite Sitzung, die ESK-spezifisch in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit als Besuch im Berufsinformationszentrum Karlsruhe organisiert wird.
2. Sitzung: Ein Vormittag im BIZDie Bundesagentur für Arbeit bietet in Karlsruhe verschiedene Dienstleistungen für Schüler in Abschlussklassen an, insbesondere hat Sie mit Herrn Lange einen eigenen Schülerberater, mit dem wir schon seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten.Herr Lange hält für die deutschsprachigen Schüler aller Sektionen einen Vortrag über die beruflichen Möglichkeiten des Deutschen Bildungsystems für Abiturienten, dabei geht er ausführlich auf die Unterschiede zwischen Universität, Hochschule und Duale Hochschule ein. Auch die Möglichkeiten beruflicher Ausbildung werden kurz angesprochen. Anschließend recherchieren die Schüler an extra für sie reservierten Computerarbeitsplätzen im BIZ zu ihren eigenen Laufbahnwünschen. Die einzigartige Kombination eines Ortswechsels und eines "auswärtigen" Referenten macht diese Sitzung immer zu einer herausragenden Zäsur in der beruflichen Orientierung der 5. Klässer. Bei allen hat nun eine intensive Beschäftigung mit der eigenen, beruflichen Zukunft eingesetzt.
3. Ausfüllen der FächerwahbögenDieses Momentum nehme ich in der 3. Sitzung auf, ich stelle das Europäische Abitur detailliert vor und mache die Schüler mit den vielfältigen Wahlmöglichkeiten und den damit verbundenen Einschränkungen vertraut.Am Ende dieser Sitzung haben die Meisten einen Musterbogen ausgefüllt und wissen im Großen und Ganzen, welche Fächerkombinationen sie wählen werden.In den folgenden Wochen biete ich gezielte Einzelberatungen für Schüler mit speziellen Fragen zur Fächerwahl an.
Der ElternabendEin wichtiges Element zur Kommunikation mit den Eltern ist der Elternabend zur Fächerwahl. An diesem werden auch die Eltern der 5.Klässler von der Kollegstufenberaterin Frau Delveau und dem Stundenplaner Herr Roosegaard sehr umfänglich über die Details des Europäischen Abiturs und den Einschränkungen des Stundenplans an der ESK unterrichtet. Im Anschluss werden sie dann wieder von den Berufsberatern mit den Details zur Fächerwahl vertraut gemacht, was insgesamt 3-4,5 Stunden Zeit in Anspruch nimmt.Diese ist aber in der Regel gut investiert, da nun praktisch alle Zettel richtig ausgefüllt werden und alle Probleme im verständnisvollen Miteinander gelöst werden können.
6. und 7. Klasse
Die beiden Stufen bekommen nach den Erfahrungen der letzten Jahre getrennte Sitzungen, da die Bedürfnisse doch immer sehr unterschiedlich sind.Während die 7.Klässer meist schon sehr spezifische Informationen zu Studiengängen und den Anmeldeformalitäten an bestimmten Universitäten benötigen und deshalb besser in Einzelsitzungen aufgehoben sind, benötigen die 6. Klassen wesentlich allgemeinere Informationen zur Studienwahl, wobei ich insbesondere starkes Gewicht auf die deutschlandweit zulassungsbeschränkten Fächer (i.e. Medizin) lege. Die Entwicklung eigener Universitätsprofile führt in diesem Zusammenhang meist zu dem Tipp, dass sich jeder Schüler inzwischen auf der Website der gewünschten Uni schlau machen muss, welches denn genau die Zulassungsbedingungen in dem Wunschfach sind. Weiterhin gebe ich nochmals einen Abriss über die Zusammensetzung der BAC-Note aus den verschiedenen A-und B-Noten.Im Auftrage des Inspektors der Deutschen Abteilungen der Europäischen Schulen gehe ich bei beiden Sitzungen auf das deutsche Notensystem sowie die spezielle Berechnung der ZVS-Note aus den Europäischen Noten ein, da die Durschnittsnote wegen des Errechnungsmodus um bis zu 0,2 abweichen kann. Diese Größenordnung entscheidet in einem NC-Fach über Aufnahme/ Nichtaufnahme.
M. Sperl
Berufsberater der Deutschen Abteilung
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